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Sekundarschule Seuzach – Dägerlen • Dinhard • Hettlingen • Seuzach

Schulentwicklung

Neues Lernkonzept an der Sek Seuzach

Wir haben beschlossen, unser Schulsystem der gesellschaftlichen Entwicklung und den Erkenntnissen der Lernforschung anzupassen. Dazu wurden einige Methoden in unseren Klassenzimmern geprobt, optimiert und teilweise gleich eingeführt. Ein Team leistete sehr gute Vorarbeit und hat sich zur Verfügung gestellt, nach den Sommerferien 2017 ein Pilotprojekt zu starten. Dabei werden wir begleitet von zwei Koryphäen von Schulentwicklung.ch, die viel Erfahrung und einen breiten Wissensschatz zum Thema Entwicklung und Qualität von Schulen mitbringen. Die Projekt-Architektur steht, Verantwortliche sind bestimmt und die ersten Besprechungstermine festgelegt.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer haben verschiedene Schulen besucht und viele Eindrücke von den unterschiedlichen Lernkonzepten erhalten. So besuchten auch wir, die Schulpflege und unsere beiden Schulleitenden - im Rahmen einer Informations-Tagung - die Sekundarschule Wädenswil. Moderiert von unseren beiden Prozessbegleitern, Frido Koch und Pascal Jahn, durften wir Einblick in eine Schule nehmen, die einige der Schulprozesse, die wir gerne an unserer Schule umsetzen möchten, bereits seit Jahren praktiziert.

So konnten wir beobachten, wie die Schülerinnen und Schüler an ihrem persönlichen Arbeitsplatz mit Wochenplänen selbständig und eigenverantwortlich arbeiteten. Die Schülerinnen und Schüler, die uns durch die Schule führten, zeigten sich selbstbewusst und offen, gaben uns Einblick in ihre Wochenpläne und erklärten uns die pro Fach auf einer A3-Seite einladend gestalteten Jahreslernpläne. Die Frage, was an der neuen Lernmethode der Sekundarschule für sie am wichtigsten sei, wurde einstimmig mit „das selbständige Erlernen, Entwickeln und Erkunden des Stoffes“ beantwortet.

Die grundlegenden Unterschiede zu unsererheutigen Lernmethode bestehen im Wesentlichen darin, dass die Schülerinnen undSchüler sich zu etwa einem Drittel der Zeit an ihrem persönlichen Arbeitsplatzaufhalten. Dort lösen sie selbstgesteuert und eigenverantwortlich ihre Aufgaben, bearbeiten ihre Aufträge und haben dabei jederzeit Unterstützung von anwesendenLehrerinnen und Lehrern. Die Lernfortschritte werden im Lernheft eingetragenund der Wissensstand wird zu individuellen Zeitpunkten überprüft.

Einführungen in neue Themen des Schulstoffes finden ebenfalls zu etwa einem Drittel der Zeit durch Klassenlehrpersonen in lektionsweise zugeteilten Schulräumen statt. Der Unterschied zur heutigen Organisation besteht hier darin, dass die Lehrpersonen über keine persönlichen Klassenzimmer mehr verfügen, sondern ihren persönlichen Arbeitsplatz bei den Schülerinnen und Schülern haben.

Das letzte Drittel der Zeit wird für die Fächer Handarbeit, Hauswirtschaft, Musik und bildnerisches Gestalten eingesetzt. Die separate Behandlung dieser Fächer ist durch die Notwendigkeit einer fachspezifischen Infrastruktur begründet.

Dieses System macht eine konsequente Individualisierung und damit eine optimale Förderung der Schülerinnen und Schüler überhaupt erst möglich. Mit einem Grundstock an Aufgaben, den alle lösen müssen, und anspruchsvollerem Zusatzmaterial können sie entsprechend ihrer Fähigkeiten gefordert und gefördert werden.

Neben den organisatorischen Komponenten dieses Systems wird in der Sekundarschule Wädenswil sehr viel Wert auf die weichen Faktoren des Lernens gelegt. Kooperative Lernformen, Eingebundenheit im Klassenverband, eigenständiges Lernen an persönlichen Arbeitsplätzen, Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und eine positive Feedback-Kultur aller Beteiligten führen zu einer hohen Selbstwirksamkeit und somit zu guten Lernerfolgen.

Obwohl das Modell Wädenswil zweifellos nicht umfassend und detailgetreu auf unsere Sek Seuzach übertragen werden kann, sind wir überzeugt, dass die Pfeiler dieses Modell

  • „individualisiertes und selbstorganisiertes Lernen“
  • „kooperatives und soziales Lernen“
  • „aktive Coaching- und Beziehungsarbeit“

auch bei uns ein Umfeld für erfolgreiches und motivierendes Lernen ergeben werden. Und last but not least wird davon ausgegangen, dass auf Hausaufgaben weitgehend verzichtet werden kann.

Erich Jornot

Präsident Sekundarschule Seuzach