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Sekundarschule Seuzach – Dägerlen • Dinhard • Hettlingen • Seuzach

Lehrplan 21

Die Einführung des Lehrplans 21 bald auch Realität in der Sekundarschule Seuzach

Der Elternabend zum Thema Lehrplan 21 ist auf grosses Interesse gestossen. Es kamen deutlich mehr Eltern als erwartet, was die Schulleiterin Ursula Schönbächler sehr freute. Die Eltern konnten die Entstehungsgeschichte des neuen Lehrplans auf besondere Weise erfahren, denn mit Frau Prof. Dr. Monika Reuschenbach war eine Referentin anwesend, die selber am neuen Lehrplan mitgearbeitet hat. Sie konnte alle Fragen bestens beantworten und dies erst noch mit einer Prise Humor.
Gleich zu Beginn ihres Referats hat sie den (schlechten) Schlagzeilen, wie z. B. der Aussage, dass Lernen ohne Lehrperson stattfinde und die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen selbst abarbeiten müssten, den Wind aus den Segeln genommen – dies stimmt schlichtweg nicht. Auch nicht, dass Eltern zu Nachhilfelehrern werden. Frau Dr. Reuschenbach vertrat glaubwürdig die Meinung, dass ein Lehrplan vielmehr die vergangene Entwicklung abbildet, als dass er die Zukunft radikal verändert.
Dies konnte die Schulleiterin bestätigen. Die Sekundarschule Seuzach – eine Schule, die sich stetig weiterentwickelt, fühlt sich gut gerüstet für den Lehrplan 21. Seit gut drei Jahren arbeiten alle Lehrpersonen mit kooperativen Lernformen und seit bald 2 Jahren wird in Lernlandschaften selbstverantwortliches Lernen geübt. Beides zusammen deckt schon viel vom Kernstück des Lehrplans 21 ab: vom kompetenzorientierten Unterricht; nämlich, die Verbindung von Wissen, Können und Wollen herzustellen, also Wissen zu erlangen (Input von Lehrpersonen oder Recherche im Internet oder Informationen aus Lehrbüchern) und dieses auf eine andere Aufgabe übertragen zu können. Das «Wollen» bedeutet für die Lehrpersonen, dass spannende, attraktive und aktuelle Themen oder Aufgaben gefunden werden müssen.
Leider sind die neuen Lehrmittel erst kürzlich erschienen oder fehlen noch gänzlich. Dies erschwert die Vorbereitung enorm. Es macht wenig Sinn oder bedeutet einen enormen Mehraufwand, sich mit «altem» Unterrichtsmaterial vorzubereiten und dann mit einem neuen Lehrmittel zu arbeiten. Im Fach «Medien und Informatik» haben wir Glück: Martin Spaltenstein, ein bewährter Lehrmittelersteller, hat uns kurzerhand für die dritten Sek-Klassen ein Lehrmittel erstellt. Wir schätzen es sehr, dass wir das neue Lehrmittel in der 3. Sek. erproben können, mit einer Fülle von guten und attraktiven Arbeitsblättern, Übungen und Online-Anwendungen.
Auch schätzt Ursula Schönbächler, dass genügend Lehrpersonen die Zusatzausbildung «Medien und Informatik» in Angriff genommen haben und die neuen Lektionen problemlos abgedeckt werden können. Ganz allgemein nehmen viele Lehrpersonen an fachlichen Weiterbildungen zum Lehrplan 21 teil, was nicht in allen Schulen selbstverständlich ist.
In der Bewertung des kompetenzorientierten Unterrichts wird das Seuzi-Team in der Startphase noch Anwendungen finden müssen, die auf alle Schülerinnen und Schüler passen. Grundsätzlich sollen die Lernfortschritte bewertet werden. Aber wie soll eine Bewertung des Lernwegs in eine Zeugnisnote umgewandelt werden?
Es sind zurzeit Kompetenzraster am Entstehen, die die Lernschritte beschreiben. Die Lernenden sollen eine Übersicht über ihren Lernstand erhalten. Auch hier wird das Lehrerteam noch einige Erfahrungen sammeln müssen, denn auch die Expertinnen, die uns an der zusätzlichen internen Weiterbildung unterstützten, konnten keine Geheimrezepte abgeben. Die Zeugnisse bleiben vorläufig wie bisher, es werden nur die neuen Begriffe der Fächer (z.B. WAH, Wirtschaft, Arbeit, Haushalt anstelle der bisherigen Hauswirtschaft) angepasst.

Konkrete Änderungen

  1. Veränderte Fächer und Lektionenzahl

Französisch                 neu 3 L pro Woche, bisher 4

Natur & Technik            neu 3 L pro Woche, bisher 2

Religion, Kultur, Ethik                       1. & 2. Klassen

Wirtschaft, Arbeit, Haushalt            1. & 3. Klassen

  1. Neue Fächer im LP 21                      

Medien und Informatik          1. & 3. Klassen

Berufliche Orientierung        2. & 3. Klassen

  1. Seuzacher Lösungen

Projektunterricht in der Zürcher Stundentafel: neu 2 L pro Woche statt 3 L.
Seuzach ergänzt dies mit 1 Lektion persönlicher Vertiefung, damit die guten Erfahrungen im Projektunterricht nicht verloren gehen und weiterhin 3 L erteilt werden können.
Auch das Sozialtraining (Klassenstunde) wird beibehalten. In der Klassenstunde werden wichtige soziale Kompetenzen geübt, Meinungen diskutiert und das Schülerparlament vorbereitet.

 

Veränderungen aus der Sicht der Lehrpersonen

  • Lernen nicht nur für die Prüfungen, den Prozess ins Zentrum stellen.
  • Schüler/-innen müssen den Prozess und die Lösungswege selber herausfinden und sich diese gegenseitig erklären können.
  • Soziales wird vertieft.
  • Die Lehrperson tritt in den Hintergrund. Es gibt Inputs, aber die Schülerinnen und Schüler müssen selbständiger arbeiten und Verantwortung fürs Lernen übernehmen (gelingt nicht immer).
  • Fachwissen wird weiterhin vermittelt, ist wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Die Übertragung auf andere Aufgaben wird gefördert.
  • Gute Fragen stellen, die Schülerinnen und Schüler motivieren, selber eine Lösung zu finden.
  • Bezug zum Alltag vermehrt einbauen.

Ursula Schönbächler, Schulleiterin