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Sekundarschule Seuzach – Dägerlen • Dinhard • Hettlingen • Seuzach

Projektunterricht

Kunstnachstellen

Vor zwei Wochen mussten wir im Projektunterricht ein Bild von einer Künstlerin / einem Künstler aussuchen und danach nachstellen.
Der Auftrag war, dass es möglichst ähnlich wie das Original aussieht.
Wir machten uns Gedanken was für Accessoires wir brauchten, welche wir hatten und welche wir selber herstellen müssen. Wichtig war auch der Ort, wo wir das Foto aufnehmen.
Ich hatte mit meiner Kollegin ein Bild, mit einer Frau die sehr traurig aussah. Sie hielt eine Zeichnungsmappe in der Hand. Für mich sah es so aus, dass sie nicht mehr wusste was machen.
Als wir das Bild nachstellten, hatten wir viel Mühe daran, dass unser Bild nicht zu dunkel wurde. Schwierig war auch ein ganzes weisse Kleid aufzutreiben.
Während wir das Bild nachstellten, hatten wir es sehr lustig/amüsant, da wir uns super verstanden.

Fabienne

Chardin - VanGogh - Villers

Stuhlgeschichte

Im Rahmen des Projektunterrichts erhielten die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, einen alten, nicht mehr gebrauchten Stuhl mitzubringen. Dieser musste schön und speziell geschmückt oder umgestaltet werden. Die Schüler/-innen arbeiteten in Dreiergruppen. Der Stuhl animierte zum Schreiben einer spannenden, unterhaltsamen, fantasievollen, originellen Stuhlgeschichte.

In den Klassen wurden die beste Geschichten gekürt, die dann in der Turnhalle den anderen präsentiert wurde.

Vom 9. Januar 2013 bis zu den Sportferien können im Rahmen einer Ausstellung in der Bibliothek Seuzach, Stühle und Geschichten bestaunt werden.

Ursula Schönbächler, Schulleiterin

Hier die Sieger-Geschichte:

Beste Stuhlgeschichte

Ich möchte euch gerne meine Geschichte erzählen, die ich in 44 Jahren als Stuhl erlebt habe. Setzt euch auf den Boden, in einen Sessel, auf einen Hocker oder auf einen gewöhnlichen Holzstuhl, wie ich einer bin, und hört mir zu.

Im Jahre 1968 wurde ich in Neapel, in der kleinen Werkstatt von Giovanni gezimmert. Er war ein Meister seines Faches. Mein Holz stammt von einer alten Eiche, welche Giovanni extra für mich gefällt hatte. Es dauerte drei Wochen und drei Tage, bis ich schlussendlich vollendet in seinem kleinen Wohnzimmer am Esstisch stand. Giovanni war ein kleiner pummeliger und einsamer Mann. Viele Stunden vollbrachte er auf mir. Er ass mit mir, hörte Radio, las ein Buch oder trank Tee. Einmal habe ich das Bein gebrochen, aber Giovanni reparierte es sofort wieder.

So verging Jahr für Jahr. Irgendwann fing ich an zu spüren wie Giovanni älter wurde und immer mehr Zeit im Sitzen verbrachte und ihn seine Lebenskraft allmählich verliess. An einem sonnigen Morgen, beim Frühstück, als die Sonnenstrahlen in das kleine Häuschen am Meer schienen, ging Giovanni von uns. Er starb an Herzversagen. Seine Tochter, die ich bis dahin nur einige Male gesehen hatte, fand ihn tot auf. Da Giovanni sitzend, also auf mir, gestorben war, wollte mich die Tochter schnell los werden und warf mich deshalb achtlos ins Meer.

Ich wurde von Wollen mitgerissen und weit ins Meer hinausgetragen. Muscheln und Sand klebten an mir und ein zerrissenes Fischernetz verfing sich an meiner Lehne. Es waren schlimme Tage auf hoher See und es verging kein Tag an dem ich nicht an Giovanni dachte.

Doch mein Tag der Rettung nahte. An einem stürmischen Nachmittag sah ich ein Fischerboot auf mich zukommen. Es kam immer näher und näher, fuhr aber an mir vorbei. Als ich schon traurig weitertreiben wollte, gab es einen Ruck und ich wurde in mitten von tausenden Fischen in einem Netz aus dem Wasser gezogen. Ich wurde aber aus dem Netz geholt und in die Kajüte gestellt.

Als wir im Hafen von Rom anlegten, nahm mich ein junger Fischermann mit zu sich nach Hause. Er stellte mich ebenfalls in sein Wohnzimmer. Da ich aber vom Meer geprägt war, konnte ich nur noch als Dekoration dienen.

Auch heute stehe ich noch in seiner kleinen Wohnung. Er ist ein toller Typ. Er bekommt viel Besuch, hauptsächlich Frauen. Aber jeder der mich sieht sagt: «Wow, was für ein wunderschöner Stuhl!».

Noemi Hintermüller