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Sekundarschule Seuzach – Dägerlen • Dinhard • Hettlingen • Seuzach

Aus den 3. Klassen

Klassenreise der Klasse A3 b

Schulreisebericht Turtmannhütte

Unserer Schulreise in die Berge haben wir schon lange entgegengefiebert. Am 24. Juni ist es soweit. Die Klasse 3b und 3 Begleitpersonen setzen sich um 9 Uhr in Seuzach in den Zug und fahren via Zürich-Bern-Visp schliesslich nach Turtmann. Von dort geht’s mit einer abenteuerlichen Seilbahn nach Oberems und schliesslich in einem Kleinbus bis zum Sänntum. (nicht Sennturm wie ich irrtümlich verstanden habe)

2 12; Wanderstunden und 600 Höhenmeter später erreichen wir gut gelaunt unser Tagesziel, die Turtmannhütte. Der Himmel ist zwar noch leicht verhangen, aber der Blick auf den Turtmann- und den Brunegggletscher ist auch so eindrücklich.

Kaum haben die SchülerInnen ihre Schlafgemächer erkundet, stellen sie mit Schrecken fest, dass es hier weder Internetempfang noch Dusche und schon gar nicht warmes Wasser gibt. Strom hat es so lange, wie die Solarzellen dem Wetter entsprechend versorgt worden sind. Auch das Ausgangsrayon ist schnell abgesteckt und alle erkennen bald, dass die beste Unterhaltung das gemeinsame Spiel im geheizten Aufenthalts- und Essraum ist. Wir jassen und gemschen vor und nach dem Abendessen und amüsieren uns dabei köstlich. Alle sind mit von der Partie und das erste von vielen Gemeinschaftserlebnissen auf dieser Reise ist für alle grossartig. Die Küchenequipe leistet auch tolle Arbeit und die ausgehungerten Jugendlichen greifen mit grossem Appetit zu.

Weil zur verordneten Nachtruhezeit von 22 Uhr an den meisten SchülerInnen die körperlichen Strapazen gewisse Spuren hinterlassen haben, bedarf es keiner längerer Gute-Nacht-Geschichten oder gar Ermahnungen. Für einmal ist die Durchsetzung der

Nachtruhe kein Thema.

Am zweiten Tag steigen wir unter der kundigen Führung von Bergführer „Michael“ die 400 Höhenmeter zum Stausee hinunter und werden dort vor imposanter Felskulisse in die Klettertechnik eingeführt. Sauberes Sichern steht im Vordergrund, wenn wir kurz darauf an vier verschiedenen Routen gesichert bergwärts klettern. Die anfängliche Skepsis weicht schnell, nachdem die ersten SchülerInnen mit gewellter Brust vom ersten Klettergang inklusiv gekonntem Abseilen zurück kehren. Alle wollen es ihnen nachmachen und selbst Schülerinnen, die anfänglich skeptisch sind, lassen sich vom Klettervirus anstecken. Stunden lang wird geklettert, was der Fels zulässt. Alle wollen die vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen einmal gemeistert haben.

Viel später kehren wir zur Hütte zurück und ein zweiter Spielabend völlig ohne elektronische Ablenker steht uns bevor.

Wolkenlos zeigt sich der Himmel am dritten Morgen. Das Panorama ist auch für Morgenmuffel (die gibt’s aber auf dieser Reise definitiv nicht) überwältigend. Der Gletscher ruft, wir packen Klettergurt und unser Gepäck und machen uns über die Moräne zur Gletscherschlucht auf. Die nächsten 70 Meter werden wir buchstäblich am Seil herunter gelassen. Tyrolienne nennt sich diese Art von Seilrutsche und manch einer muss sich schon ein bisschen überwinden, bevor er sich gut gesichert über die Schlucht sausen lässt. Kaum auf der andern Seite angelangt werden aber alle schnell wieder munter und gesprächig. Über den Moränenrand steigen wir zum Turtmanngletscher ab und überqueren diesen gemeinsam. Davon kann man nicht berichten, so was muss man selber erleben. Viele gemachte Fotos (bald auf der homepage) zeugen von unseren Eindrücken. Am frühen Nachmittag essen wir etwas weiter talwärts zu Mittag und steigen dann wieder in die Zivilisation zurück.

Unbescheiden darf man sagen, dass ausnahmslos allen die Reise gut gefallen hat und vermutlich weit länger in Erinnerung bleibt als manche Französisch- oder Mathematiklektion. Ein herzliches Dankeschön an all jene, die ja gesagt haben zum klar erhöhten Finanzbedarf dieses unvergesslichen Abenteuers. Es hat sich mehr als gelohnt.

Seuzach, 29.6.2013   Andrea Huder